gototopgototop
PAION AG
Key Visual paion.de

Desmoteplase - akuter ischämischer Schlaganfall

Desmoteplase wurde ursprünglich im Speichel der Vampirfledermaus Desmodus rotundus entdeckt. Deren ausschließliche Nahrungsquelle ist das Blut von Säugetieren. Nach Identifizierung des entsprechenden Gens wird Desmoteplase heute biotechnologisch hergestellt. Das Protein gehört zu einer Klasse von Substanzen, welche die Auflösung von Blutgerinnseln bewirken.

Damit könnte sich Desmoteplase bei der Behandlung von Schlaganfall und anderen thrombotischen Erkrankungen, die durch die Blockierung eines Blutgefäßes aufgrund eines Blutgerinnsels hervorgerufen werden, als nützlich erweisen.

Schlaganfall ist in den Industrieländern nach Herzkrankheiten und Krebs die dritthäufigste Todesursache und zugleich eine der häufigsten Ursachen von schwerer langfristiger Behinderung. In den Industrieländern erleiden jedes Jahr 3 bis 5 von 1.000 Menschen einen Schlaganfall. 20% der Schlaganfallopfer versterben innerhalb der ersten vier Wochen. Nur etwa 40% der Überlebenden kann in ein normales Arbeitsleben zurückkehren während ein Drittel lebenslang auf Hilfe und Pflege angewiesen bleibt. Die finanziellen Belastungen durch schlaganfallbedingte Krankenhausaufenthalte und langfristige Betreuungs-programme sind enorm. Sie wurden allein in den USA für das Jahr 2007 auf 62 Milliarden Dollar geschätzt.

Desmoteplase wurde in mehreren klinischen Studien auf seine Eignung als Therapie für Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall (Hirninfarkt) untersucht. Die Patienten wurden im Zeitfenster zwischen drei bis neun Stunden nach dem Auftreten der Symptome behandelt. Nach zwei positiven Phase-II-Studien konnte in einer ersten Phase-III-Studie (DIAS-2) keine überlegene Wirksamkeit gegenüber Placebo gezeigt werden, wobei die Ansprechrate in der Placebo-Gruppe bei außergewöhnlich hohen 46% lag.

Eine erweiterte Analyse der Studiendaten deutet darauf hin, dass sich bei modifizierter Auswahl von Patienten (41% der Patienten in der Phase-III-Studie) mit Desmoteplase dennoch ein Vorteil erzielen ließe. PAIONs Partner H. Lundbeck A/S entschied sich daher, die Entwicklung fortzusetzen. Lundbeck hat eine weltweite Exklusivlizenz zur Entwicklung und Vermarktung von Desmoteplase.

Im Dezember 2008 gab Lundbeck den Start eines neuen Phase-III-Programms mit Desmoteplase bekannt. Zudem starteten sie im März 2010 eine Phase-II-Studie in Japan (DIAS-J).