Glossar
Anästhesie: Narkose. Medikamentös (i. d. R. gemeinsam mit einem starken Schmerzmittel) herbeigeführter, kontrollierter Zustand der Bewusstlosigkeit zur Durchführung von andernfalls besonders schmerzhaften Prozeduren. Dabei werden im gesamten Körper durch Lähmung des zentralen Nervensystems neben dem Bewusstsein sowohl die Schmerzempfindung, die Abwehrreflexe als auch die Muskelspannung abgeschaltet.
Anästhetikum: Ein Medikament, das eine kontrollierte Bewusstlosigkeit (Anästhesie/ Narkose) erwirkt.
Bluterkrankheit: Hämophilie
GGF2: Wachstumsfaktor 2 für Gliazellen; dafür bekannt, das Wachstum und die Differenzierung einer großen Auswahl von Zellen einschließlich von Gliazellen zu stimulieren, dem Stützgerüst für die Nervenzellen. Die Gliazellen bilden die Myelin-Schicht, die die Nervenzellen abschirmt, und sind essentiell für die Funktion und das Überleben der Nervenzellen. Bei demyelinisierenden Erkrankungen wie Multiple Sklerose wird die Myelin-Schicht beschädigt, was zu einer Degeneration der Nervenzellen führt.
Hämophilie: Bluterkrankheit. Wird durch ein Fehlen bestimmter Gerinnungsfaktoren, meistens Faktor VIII, seltener Faktor IX, verursacht. Dieser Mangel führt zu einer verminderten Blutgerinnung, aber auch einer erhöhten Fibrinolyse. Dies bedeutet, dass nach Verletzungen von Blutgefäßen keine stabilen Blutgerinnsel gebildet werden können, was zu einer verlängerten und wiederholten Blutung führt.
Internationale Freiname (INN): Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Wirkstoffe vergebener gemeinfreie/generische Name. Während viele Wirkstoffe unter verschiedenen Markennamen vertrieben werden, sind die INN international einheitlich und ermöglichen somit eine eindeutige Identifizierung. Im Gegensatz zu einer betriebsinternen Bezeichnung einer Substanz (z. B. CNS 7056), ist es üblich, sich in wissenschaftlichen Veröffentlichungen auf den INN zu beziehen.
Klinische Phase I: In klinischen Studien der Phase I werden Wirkstoffkandidaten an gesunden Freiwilligen (Probanden) erprobt. Im Vordergrund dieser Studien stehen Sicherheit und Verträglichkeit der Substanzen. Darüber hinaus dienen sie beispielsweise zur Bestimmung der Wirkstoffkonzentration im Blut sowie der Überprüfung des Wirkmechanismus. Die Untersuchung von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ist ebenfalls ein typisches Feld für Phase-I-Studien. Potenzielle Teilnehmer werden vor Teilnahme an Phase-I-Studien umfassend über Ziele, Risiken und Durchführung der Studie informiert und entscheiden frei über eine Beteiligung.
Klinische Phase II: In klinischen Studien der Phase II werden Wirkstoffkandidaten erstmals therapeutisch an Patienten erprobt. Eine erfolgreiche Phase II bedeutet daher auch einen großen Sprung in der finanziellen Bewertung des Wirkstoffkandidaten und der Entwicklerfirma. Phase-II-Studien konzentrieren sich vor allem auf das Finden der richtigen Dosierung für eine effektive Therapie. Der statistische Nachweis der Wirksamkeit wird in der Regel erst in größeren Phase-IIIStudien geführt, jedoch liefern Phase-II-Studien oftmals schon gute Ansatzpunkte dazu, ob ein Wirkstoffkandidat die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt. Häufig auftretende unerwünschte Wirkungen können meist bereits in der Phase II identifiziert werden. Potenzielle Teilnehmer bzw. ihre Angehörigen werden vor Teilnahme an Phase-IIStudien umfassend über Ziele, Risiken und Durchführung der Studie informiert und entscheiden frei über eine Beteiligung.
Klinische Phase III: In klinischen Studien der Phase III steht der statistisch signifikante Nachweis der Wirksamkeit bei akzeptablem Unbedenklichkeitsniveau im Vordergrund. Studien der Phase III, teilweise auch schon der Phase II, werden meist als so genannte Doppelblindstudien mit Placebokontrolle durchgeführt. Placebokontrolle bedeutet, dass ein Teil der Patienten in Verbindung mit der für die jeweilige Erkrankung üblichen Therapie statt des Wirkstoffkandidaten nur ein Scheinmedikament (Placebo) erhält. Da weder Patient noch Arzt wissen, wer die zu untersuchende Substanz und wer Placebo erhalten hat, bezeichnet man diese Studien als „doppelblind“. Durch dieses Verfahren wird sichergestellt, dass die beobachteten Effekte nicht durch andere Einflüsse als den Wirkstoffkandidaten verursacht werden. Potenzielle Teilnehmer bzw. ihre Angehörigen werden vor Teilnahme an Phase-III-Studien umfassend über Ziele, Risiken und Durchführung der Studie informiert und entscheiden frei über eine Beteiligung. Nach erfolgreich durchgeführter Phase III wird in der Regel ein Zulassungsantrag gestellt.
Klinische Studie: Streng kontrollierte Untersuchung eines Medikamentenkandidaten oder eines neuen invasiven medizinischen Gerätes an Menschen.
Morphin-6-Glucuronid (M6G): Ein hochpotentes Opioid, das gegenüber Morphin, dem derzeitigen Gold-Standard für die Behandlung mittlerer bis starker Schmerzen nach operativen Eingriffen, bei gleichem schmerzstillenden Effekt jedoch verringerten Nebenwirkungen wie beispielsweise Übelkeit und Erbrechen therapeutische Vorteile bieten könnte.
Narkose: Anästhesie. Medikamentös herbeigeführter, kontrollierter Zustand der Bewusstlosigkeit zur Durchführung von besonders schmerzhaften Prozeduren. Dabei werden im gesamten Körper durch Lähmung des zentralen Nervensystems neben dem Bewusstsein sowohl die Schmerzempfindung, die Abwehrreflexe als auch die Muskelspannung abgeschaltet.
Opioid: Bezeichnung für Schmerzmittel, die in ihrer Wirkung Morphin sehr ähnlich sind.
Peri-operativer Schmerz: Schmerzen, die ein Patient während und/oder nach einem operativen Eingriff erfährt und auf die Operation zurückzuführen sind.
Placebo: Scheinmedikament. In placebokontrollierten Studien erhält ein Teil der Patienten in Verbindung mit der für die jeweilige Erkrankung üblichen Therapie statt des Wirkstoffkandidaten nur ein Placebo. Damit soll ausgeschlossen werden, dass die beobachteten Effekte auf andere Einflüsse als den Wirkstoffkandidaten zurückzuführen sind.
Proband: Freiwillige Versuchsperson (in Phase-I-Studien)
Remimazolam: Ein neues, kurz wirkendes Sedativum und breit anwendbares Anästhetikum. Bei Patienten klinischer Studien löste Remimazolam nach intravenöser Gabe rasch einen Zustand der Sedierung aus. Die Substanz hat das Potenzial, als Sedativum für ambulante Eingriffe und für die Einleitung und Aufrechterhaltung von Narkosen entwickelt zu werden.
Sedativum: Ein Medikament, das eine Sedierung erwirkt.
Sedierung: Verminderung von Angstgefühlen, Stress, Reizbarkeit oder Aufregung eines Patienten durch Verabreichung eines Sedativums, um einen medizinischen Eingriff zu erleichtern.
Solulin: Solulin ist eine verbesserte Variante des humanen Proteins Thrombomodulin, eines wichtigen natürlichen Regulators des Gerinnungssystems, mit dem Potenzial Entzündungen zu hemmen und könnte bei der Behandlung thromboembolischer Erkrankungen wie Hämophilie Einsatz finden.
Thrombomodulin: Schlüsselfaktor in der Blutgerinnung mit antithrombotischer Wirkung durch Hemmung bestimmter Stufen der Blutgerinnungskaskade. PAIONs Solulin ist eine lösliche Form des Thrombomodulins.
Vorklinische Forschung/Präklinik: Laborversuche mit neuen Medikamentenkandidaten oder einem neuen invasiven medizinischen Gerät an Tieren oder Zellkulturen. Das Ziel dieser Untersuchungen ist die Erforschung des Wirkmechanismus und die Aufdeckung möglicher Risiken vor einer Anwendung beim Menschen.
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